Ergebnis des Netzwerk - Steuergruppentages in Naurod am 25.02.2010
Sechs alte und acht neue Steuergruppen kamen zusammen, um einerseits eine Bestandsaufnahme im Sinne des Entwicklungsstandes zu ermitteln und andererseits eine Strategie für die nächsten 3 Jahre zu vereinbaren.
Zu Beginn standen einige einleitende Ausführungen von Klaus Dyrda, der den Tag als Moderator begleitete:
- Die Steuergruppen geben den Takt an, um das Bild des Steuermannes beim Rudern zu benutzen.
- Sie steuern den Qualitätsprozess ihrer Schulen
- Dabei geht es nicht nur um Strategien, sondern auch um Methoden.
- Die Zielsetzung des heutigen Workshops ist zum einen die Evaluation der STG-Arbeit und zum anderen die Evaluation der Schulentwicklung. Wie weit sind wir denn gekommen?
- Darüber hianus geht es um die Nachhaltigkeit von Schulentwicklung.
- Wir steuern den Prozess, der sicherstellt, dass die Schule einen Qualitätsprozess durchführt. Es muss etwas dabei herauskommen. Die Nachhaltigkeit muss gesteuert werden, das Tempo darf nicht zu hoch sein, aber auch nicht zu langsam, dann gewinnt man nicht.
Zugleich hatten die im Netzwerk neuen Schulen Gelegenheit, ihre Einschätzung und Erwartungshaltung zu äußern:
- STG ist im Aufbau
- Aus den Erfahrungen der Schulen, die weiter sind, profitieren
- Fehler vermeiden
- Es gibt viele Projekte und Methoden - es fehlen Implementierungsstrategien
- Es krankt an Außenkontakten, um von diesen zu lernen
Um den Erfolg der Schulentwicklung in der einzelnen Schule sowie im Netzwerk zu sichern sind einige Basiskriterien von zentraler Bedeutung:
Systematische Arbeit
Teamorientierung
Einzelne werden diesen Prozess niemals gewinnen können.
Teamorientierung bedeutet, Einzelpotentiale durch Teamstrukturen steigern
Schrittweises Vorgehen
- das Kollegium motivieren
- sinnvoller Umgang mit Konflikten
- kluge gezielte Vorgehensweisen
- wie bringe ich den Prozess in die Breite
- Langzeitperspektive
- Was ist an meiner Schule machbar?
- Freiwilligkeit und Notwendigkeit
- Das Qualitätsmanagement sagt: "Meine Schule ist gut, wir garantieren einen gewissen Standard!"
- Verbindlichkeit herstellen
- Kein Weltmeister im Tempo der Innovation werden
- Welche Qualitätskriterien erfüllen wir angelegt an den Kriterien aus der Inspektion? Dort gibt es 6 Qualitätsbereiche. Was ist an meiner Schule bereits verbindlich?
- Es wird zu wenig nach den Ergebnissen gefragt.
- Ist die Arbeit tatsächlich leichter?
- Es ist wichtig anzukommen - dazu brauchen wir regelmäßige Evaluationen.
- Unterrichtsentwicklung braucht auch Kenntnisse über Evaluation!
- Es ist notwendig von Zeit zu Zeit den eigenen Entwicklungsprozess einzuschätzen.
- Lernende Organisation: Wenn ich nicht weiß, wo ich stehe, kann ich kein Ziele definieren!
Irreversibilität
Wann ist der Prozess an der Schule so weit, dass er irreversibel ist?
Ich muss es jeden Tag wieder anstoßen. Unterrichtsentwicklung bedeutet: den Lernprozess des Schülers dahingehend lenken, dass sie sich das selbstständige Lernen aneignen.
Strukturen ,die so sicher sind, dass sie alleine laufen. Es muss dahin zielen, dass der Lehrer "überflüssig" wird und diese Situation Regelstandard wird.
Es geht beim QM auch darum, vom Projekt in die Regelhaftigkeit zu überführen.
Alle wissen, nach welchem Qu-Standard unterrichtet wird.
Die Steuerguppe steht im Zentrum des Prozesses und erfüllt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Schulentwicklung eine Reihe von Aufgaben:
- Sie ist Organisator des Prozesses
- Nicht der Weg ist das Ziel - das kostet Kraft
- Die STG ist der Wächter des Prozesses - sie ist eine Autorität, hart und verbindlich, sie bestimmt das Tempo
- Sie ist Repräsentant des Prozesses
- Klarheit; Auftreten; Autorität des pädagogischen Prozesses
- Sie leitet die Teams an
- Anleitung aus der STG - Initiieren, Ansprechpartner finden, Fragen stellen: Wer kümmert sich um das BiSta-Team - nicht die Kollegen alleine lassen
STG-Mitglieder sind Qualitätsbeauftragte...
wollen wissen, ob das, was da passiert einen gewissen Mehrwert beinhaltet.
Qualitätsziele sind antizipierte Ergebnisse, es geht also darum, den Qualitätsaspekt immer mitzudenken.
- Es gibt schon Instrumentarien / Vergleichsarbeiten / Qualitäts- und Feedbackstrukturen.
- "Ich will wissen, was an Mehrwert herauskommt!"
- Unterstützungssysteme (A14)
- Entlastung
- Aufwertung (Teamsprecher)
- Die Aufgaben der erweiterten Schulleitung neu definieren
- Die geleistete Arbeit wahrnehmen
Es geht also darum, Lösungen zu skizzieren und es geht darum, vom Einzelkämpfer zum Teamplayer zu werden.
Qualitätsorientierte Schulentwicklung braucht Teamstrukturen und wenn die STG ein gutes Team ist, beginnt der Lernprozess innerhalb der Institution.
Dies wird auf zwei Ebenen vermittelt:
Durch den veränderten Arbeitseinsatz wird ein Kulturwechsel eingeleitet. Die STG-Mitglieder erhöhen den Beteiligungrad im Kollegium und entwicklen einerseits Softskills (Fähigkeiten) und andererseits Hardskills (Strukturen).
Hierbei geht es darum, die Arbeitsweise in den Teams zu verändern.
Darüber hinaus in es notwendig die Wertschätzung der Kolleginnen und Kollegen zu erhöhen, die den Innovationsprozess steuern.
Da Aufgaben nicht von Einzelnen gelöst werden können, muss man immer darauf achten, dass Materialien, die entwickelt wurden, gesichert werden und mehrfach zur Anwendung kommen.
Auch das versteht man unter Qualitätsmanagement:
Das, was entwickelt wurde, anwenden und den verbindlichen Erfahrungsaustausch organisieren.
Im Umgang mit schwierigen Klassen z.B. keinen bequemen Weg gehen, aber Klärung herbeiführen, lernen zu organisieren
Die Schulen brauchen eine gewisse Anzahl, damit die Prozesse organisiert werden können - auf einen Teamer kommen 5 die angeleitet werden können.
Bei einem Kollegium mit 120 Kollegen benötigt man 10 Teamer, bei 60 Kolleginnen und Kollegen ca. 5. Bei hohem Beteiligungsgrad werden die Teams nur noch angeleitet. Dazu bedarf es Ressourcen, z.B. die Kapitalisierung von Stunden. Auf jeden Fall empfiehlt es sich Schwerpunkte zu setzen.
Derzeit ist an vielen Schulen im Netzwerk die Unterrichtsentwicklung und Steuergruppenarbeit gut angelaufen und der Transfer ist im Aufbau durch die Arbeit an den Bildungsstandards.
Ergebnisse der Bestandsaufnahme
Im Anschluss an die Eröffnungsrunde im Plenum kamen nun die Schulleiter auf der einen und die Steuergruppen der einzelnen Schulen in getrennten Arbeitsgruppen zusammen um eine durch einen Fragebogen gelenkte Bestandsaufnahme durchzuführen.
Die Ergebnisse wurden anschließend wiederum im Plenum zusammengetragen:
Schulleiter/innen:
- Der Beteiligungsgrad in den Kollegien liegt bei 30-50%
- Die Integration der UE im überfachlichen Bereich ist gut
- Die Integration der fachlichen UE von Fach zu Fach sehr unterschiedlich
- Die Abstimmung mit anderen schulischen Aktivitäten ist im Aufbau
- Es gibt den Transfer, aber noch nicht systematisch in alle Bereiche hinein
- Die Methodenpflege hat einen breiten und hohen Stellenwert, aber noch nicht genügend verbindliche Absprachen
- Seiteneinsteiger können integriert werden
- Die Arbeitsbelastung ist hoch
- Meilensteine sind unterschiedlich in unterschiedlicher Ausprägung vorhanden:
- Kompetenzmatrix, SEIS, Qu-Konzepte
- Best Practice gibt es bei den UE-Teams und den STG
- Die Dokumentation ist teilweise Teil des Prozesses
- Der Transfer in die Kollegien geschieht unterschiedlich:
- Newsletter, Konferenzen
- Zu wenig Verbindlichkeit im Transfer
- Die Umsetzung der Bildungsstandards beginnt
Der Nutzen muss deutlich werden- vor allem, dass mehr Qualität beim Schüler bzw. beim output, outcome entsteht.
Steuergruppen Schulentwicklung:
- Für die Kompetenzorientierung sind noch nicht alle ausreichend qualifiziert
- Strategien für Teamstrukturen notwendig
- Die StTG hat die Vorreiterrolle
- Sie benötigt Unterstützung durch Qualitätszirkel oder Coachings
- Die Kompetenz der Gesprächsleitung ist noch nicht ausreichend entwickelt
- Wir brauchen eine Schwerpunktplanung
- Manche SL lassen die STG alleine
- Wo steht die STG in der Organisationshierarchie
- Die STG braucht eine klare Rollenzuweisung
- Verantwortungsübernahme
- Im Schulprogramm die Rolle der STG klären
Im Anschluss daran beschäftigten sich die einzelnen Schulen mit den folgenden Fragen:
- Was werden die Ziele und Visionen der Weiterentwicklung der Schule sein? (Diese Aufgabe beinhaltete die Frage nach künftigen Standards sowohl für die Arbeit der STG als auch im Kollegium.)
- Wie kommen wir an Qualitätsziele?
- Wie an Strategien?
Beispielhaft für die Arbeitsergebnisse seien hier genannt:
- Die Kompetenzspiralen nebst Fächeranbindung sind für alle Jahrgänge entwickelt.
- Das Leitbild ist dem SE-Prozess angepasst
- Chancen der Parallelarbeiten werden genutzt
- Jahresarbeitspläne für 5 + 6 sind fertig
- Die Berufsorientierung nebst Kompetenzfeststellung ist für alle Jahrgänge in der Hauptschule mit der UE verzahnt.
- Regelmäßige gezielte Evaluationen der UE sind als Meilensteine geplant und werden regelmäßig durchgeführt.
Zusammenfassend ergaben sich folgende Gesamtbetrachtung:
- Zum Aufbau von Perspektiven (vor allem für die neuen Mitglieder des Netzwerks) war die Bestandsaufnahme ein hilfreiches Instrument.
- Wir werden den Weg weiter gehen, den Prozess weiter entwickeln.
- Die Schlussfolgerung für die Arbeit der STG bzw. die Frage für die STG lautet: "An welchen Standards werden wir gemessen werden?"
- Wir benötigen mehr Einblicke und Austausch untereinander. Praktikable Methoden und Instrumente hierfür können sein:
- Benchmarking
- Metakommunikation
- Impulse
Wünschenswert wäre eine Ausbildung der Steuergruppensprecher (des Mittelmanagements) zu Prozessbegleitern.
mfr, den 25.03.2010
arh, den 31.03.2010